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Jakobs-Kreuzkraut

Senecio jacobaea

…heisst auch: Jakobs-Greiskraut

Zusammenfassung

  • Jakobs-Kreuzkraut ist ein absolutes Unkraut. Es enthält in allen Pflanzenteilen stark giftige Alkaloide, sowohl im grünen wie im konservierten Zustand. Für Pferde und Rindvieh führt der Verzehr dieser Pflanze zu irreversiblen Schäden und zum Tod. Die Toleranzgrenze liegt praktisch bei Null.
  • Es wächst vor allem auf ungepflegten Weiden, Schnittwiesen mit lückigen Beständen, an vernächlässigten Wegrändern, Böschungen, Parzellengrenzen und auf Brachland.
  • Das Unkraut lässt sich durch Ausreiss-Aktionen und durch striktes Vermeiden der Versamung zurückdrängen. In besonderen Fällen ist es prüfenswert, diese Massnahmen mit einer chemischen Regulierung (Einzelstock-Behandlung) zu kombinieren.

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Wuchs, Aussehen, Ausdauer

Bei Jakobs-Kreuzkraut können Bastard-Formen auftreten. Für eAGFF werden sie nicht unterschieden, weil es dafür aus agronomischer Sicht keinen zwingenden Grund gibt.
Zudem gibt es in den Wiesen und Weiden weitere Kreuzkraut-Arten, siehe ► AGFF-Informationsblatt U7 „Giftige Kreuzkräuter in Wiesen und Weiden“.

  • 30 – 100 cm hoch.
  • Stängel ist aufrecht und trägt viele nach oben strebende Verzweigungen mit je zahlreichen Blütenstielen und -köpfen. Diese Blütenstände formen eine oder mehrere doldenartige Rispen.
  • Zwar weisen die Blätter einer Pflanze teilweise sehr unterschiedliche Formen auf. Aber alle sind tief ausgeschnitten und haben unregelmässig grossse, gezähnte Lappen. Zerriebene Blätter stinken.
  • Unterste Blätter sind gestielt, mit einem grossen, eiförmigen Endabschnitt, formen einen rosettenartigen Büschel, der oft vor der Blütezeit vertrocknet.
  • Die oft rechtwinklig abstehenden Lappen der Stängelblätter haben deutlich gezähnte Zipfel. Am Blattgrund der Stängelblätter wachsen (wichtiges Unterscheidungsmerkmal des Jakobs-Kreuzkrauts!) breite, gezähnte Öhrchen (Blattansätze).
  • Die Blüten, sowohl die Röhrenblüten innen und die Zungenblüten aussen, sind gelb; der ► Haarpappus weiss.
    Jakobs-Kreuzkraut blüht von Mitte Juni bis im August.
  • Vermehrung: über die in grosser Zahl produzierten Samen. Diese können vom Wind über grosse Distanzen verfrachtet werden.
  • Bewurzelung: kurzer Wurzelstock (bis 5 cm), flach im Boden, mit hellen Sprosswurzel. Lässt sich gewöhnlich leicht ausreissen.
  • Zwei- oder mehrjährige Pflanze.

Standortansprüche, Vorkommen

  • Kommt vom Tal- bis ins Berggebiet (etwa 1000 m ü.M.) auf trockenen bis frischen, mässig nährstoffreichen Wiesen und Weiden vor.
  • Besonders häufig in wenig gepflegten Dauerweiden, spät gemähten Wiesen, lückigen Beständen, an Strassen- und Wegböschungen, längs der Eisen- und Autobahn sowie Gewässern, Hecken und auf Brachflächen.
  • Das Unkraut hat in der Schweiz seit etwa 1990 massiv zugenommen.

Bestandeslenkung, Zurückdrängen

  • Vorbeugend:
    • Alle Massnahmen ergreifen, um einen dichten Pflanzenbestand zu erhalten.
  • Direkte Bekämfung:
    • Den Kampf gegen das Jakobs-Kreuzkraut sehr früh beginnen, sobald erste Pflanzen bemerkt werden. Sobald ein Samenvorrat gebildet ist, wird es sehr schwierig!
    • Strikt vermeiden, dass die Pflanzen versamen können.
    • Weidereste mit Kreuzkraut rechtzeitig schneiden und abführen. Idealerweise, wenn etwa die Hälfte der Pflanzen blüht, mindestens zweimal pro Jahr.
    • Von Hand ganze Pflanze ausreissen, möglichst vor dem Blühtermin und entsorgen.
    • Mähen nützt viel weniger.
    • Allfällige chemische Regulierung (Einzelsock-Behandlung im Rosettenstadium): siehe Kapitel ► Unkrautregulierung oder ► AGFF-Merkblatt 4 mit aktuellem Beiblatt.

Futterbaulicher Wert

  • Die ganze Pflanze (vor allem Blüten und Blätter) ist stark giftig, aus futterbaulicher Sicht ein absolutes Unkraut.
  • Die giftigen Alkaloide können zu Krämpfen, starker Leberschädigung und Tod führen. Auch geringe aufgenommene Giftmengen können kumulativ längerfristig irreversible Schäden auslösen. Dies betrifft vorab die Pferde und das Rindvieh, Schafe und Ziegen sind weniger gefährdet.
    Besonders anfällig sind weidende Jungtiere, weil sie noch nicht gelernt haben, selektiv zu fressen.
  • Auch im konservierten Raufutter (Silage, Dürrfutter) bleibt das Gift wirksam.

Ökologischer Wert

  • Pollenspender für einige Wildbienen, Raupenpflanze für den Jakobskrautbär Tyria jacobaea (Nachtfalter).

Zusätzliche Informationen

AGFF-Informationsblatt U7 „Giftige Kreuzkräuter in Wiesen und Weiden“ mit Beiblatt zu U7 (Regulierung).

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