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Scharfer Hahnenfuss

Ranunculus acris

Zusammenfassung

  • Scharfer Hahnenfuss zählt aus futterbaulicher Sicht zu den Unkräutern. Sein Gehalt am Giftstoff Ranunculin ist so hoch, dass das Vieh bei über 10% Anteil im Grünfutter schwere Schädigungen erleidet. Als gelagerte Silage oder Dürrfutter verabreicht, ist kaum mit Schäden zu rechnen. Das Weidevieh verschmäht die Pflanze.
  • Geringe Anteile in der Ration sind tolerierbar.
  • Das Unkraut lässt sich durch Frühlingsweide mit anschliessender Übersaat und durch striktes Vermeiden der Versamung zurückdrängen. In besonderen Fällen ist es prüfenswert, diese Massnahmen mit einer Flächenbehandlung (selektives Herbizid) zu kombinieren.

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Wuchs, Aussehen, Ausdauer

Es existieren zwei Unterformen des Scharfen Hahnenfusses, die sich im Aussehen der Blätter und in der Form des Wurzelstocks unterscheiden lassen. Für eAGFF werden sie nicht unterschieden, weil es dafür aus agronomischer Sicht keinen zwingenden Grund gibt.

  • 20 – 60 cm hoch, oder höher.
  • Stängel ist aufrecht und trägt an den Enden der vielen Verzweigungen zahlreiche Blüten.
  • Grundständige Blätter sind langgestielt, im Umriss einer Sternform ähnlich, einteilig, aber 3- bis 5-mal mehr oder weniger tief eingeschnitten und unregelmässig ► eingeschnitten. Oberste Stängelblätter ungestielt am Stängel sitzend.
  • Die Blattstiele sind gefurcht (≠ Storchenschnabel-Arten).
  • Blüten gelb glänzend. Scharfer Hahnenfuss blüht vor allem zwischen Mitte April bis Ende Mai, weniger im Sommer und Herbst.
  • Bewurzelung: kurzer oder längerer Wurzelstock mit vielen starken Wurzeln.
  • Vermehrung: vorwiegend über die in grosser Zahl produzierten Samen. Diese können im Boden mehr als 20 Jahre keimfähig bleiben.
  • Ausdauernde Pflanze.

Standortansprüche, Vorkommen

  • Kommt häufig vom Tal- bis ins untere Alpgebiet auf frischen bis sehr feuchten, eher nährstoffreichen Wiesen, aber auch auf Weiden vor. Also fast überall, ausser auf trockenen Böden, in echten Magerwiesen und auf sehr intensiv genutzten Flächen.
  • Die häufigste Unterart ist besonders heimisch im Schweizer Mittelland, im Jura und in den nördlichen Voralpen.

Bestandeslenkung, Zurückdrängen

  • Intensität der Düngung und Nutzung den Möglichkeiten des Standorts anpassen, oft ist eine Reduktion (Gülle) nötig.
  • Strikt vermeiden, dass die Pflanze versamen kann: Weidereste vor der Samenreife schneiden und abführen, Samen können den Verdauungstrakt der Wiederkäuer unbeschadet passieren.
  • Mehrmals Weidegang im frühen Frühjahr mit anschliessendem Säuberungsschnitt schädigt den Scharfen Hahnenfuss erfolgreich. Je nach Situation diese Massnahme mir einer passenden Übersaat ergänzen.
  • Allfällige chemische Regulierung (Flächenbehandlung): siehe Kapitel ► Unkrautregulierung oder ► AGFF-Merkblatt 4 mit aktuellem Beiblatt.

Futterbaulicher Wert

  • Je nach Anteil in der Futterration und Zustand des Futters muss Scharfer Hahnenfuss als giftiges Unkraut oder als geringwertiges Kraut eingereiht werden.
  • Der Giftstoff Ranunculin ist während der Blütezeit am stärksten. Wird das Raufutter getrocknet, ist er unschädlich, in der Silage nach zwei Monaten ausreichend abgebaut, im Grünfutter (Stallfütterung) aber voll wirksam. Führt zu schmerzhaftem Harnen, Durchfall, Euterentzündungen.
  • Auf der Weide wird der Scharfe Hahnenfuss nicht gefressen.
  • Als maximale Obergrenze wird ein Anteil von 10% im Grünfutter angesehen.

Ökologischer Wert

  • Wichtiger Pollenspender für eine auf Hahnenfuss-Arten spezialisierte Wildbiene.
  • Wird von zahlreichen anderen Wildbienen besucht.

Besonderes

  • Volksmedizin: Anwendung gegen Warzen (Vorsicht: das frische Kraut ist giftig und ätzt die Haut).
  • Anwendung in der Homöopathie.

Zusätzlliche Informationen

AGFF-Informationsblatt U12 „Hahnenfussarten in Wiesen und Weiden“.
 

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