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Wiesen-Bärenklau

Heracleum sphondylium

Zusammenfassung

  • In geringem Ertragsanteil und jung als Grünfutter oder Silage genutzt ist Wiesen-Bärenklau dank guter Inhaltsstoffe ein wertvolles Futterkraut. In Massen vorhanden oder spät für die Dürrfutterbereitung genutzt wird er futterbaulich wertlos.
  • Zeigerpflanze für (Gülle-)Überdüngung und Schnittnutzung.
  • Lässt sich durch Frühlingsweide (bei Bedarf kombiniert mit Übersaat) und anschliessend konsequent standortgerechter Bewirtschaftungsintensität gut zurückdrängen.

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Wuchs, Aussehen, Ausdauer

  • 50 – 150 cm hoch; Stängel aufrecht, verzweigt, rau.
  • Blätter oberseits und vor allem unterseits auf den Flächen dicht weichhaarig (≠ Wiesen- und Berg-Kerbel).
  • Grundständige und untere Stängelblätter sind 1-fach gefiedert, 3 – 7-zählig, Gesamtlänge bis 35 cm. Die gestielten Teilblätter sind meistens eher breit, oval (≠ Wiesen- und Berg-Kerbel); die Blatt-Lappen lassen den Fussabdruck eines Bären erahnen -> Name!) und unregelmässig gezähnt. Die Blattformen sind ausgesprochen vielfältig.
  • Zerriebene Blätter riechen leicht nach Fenchel oder Anis (≠ Wiesen- und Berg-Kerbel).
  • Blüten weiss (selten rötlich), blüht im späten Frühling und Sommer, also meistens im zweiten Aufwuchs (≠ Wiesen-Kerbel).
  • Bewurzelung: Mehrköpfige, dicke Pfahl- und Seitenwurzeln können bis 2 Meter in die Tiefe reichen (tolerant gegen Trockenheit).
  • Zwei- bis mehrjähriger Pflanze.

Standortansprüche, Vorkommen

  • Verbreitet vom Tal- bis ins Alpgebiet, widerstandsfähig. Vor allem auf nicht raigrasfähigen Standorten, in mittelintensiv und wenig intensiv bewirtschafteten Wiesentypen.
  • Kann sowohl in trocken-warmen wie in feucht-kühlen Lagen bestandesbildend werden.
  • In stark gedüngten (Gülle-) Mähwiesen, wo die Düngung bezüglich den Standortvoraussetzungen zu hoch und verglichen dazu die Nutzung zu wenig intensiv ist.
  • In Weiden nicht anzutreffen.

Bestandeslenkung, Zurückdrängen

  • Frühlingsweide kann Wiesen-Bärenklau zurückdrängen, verbunden mit der Übersaat einer standort- und nutzungsgerechten Übersaat-Mischung, vorteilhaft mit rasenbildenden Gräsern.
  • Diese Massnahme wirkt nur dann nachhaltig, wenn die bisher zu starke (Gülle-)Düngung deutlich reduziert und in Einklang mit der Intensität der Nutzung (möglichst Mähweidewirtschaft) gebracht wird.

Futterbaulicher Wert

  • Der futterbauliche Wert zeigt unterschiedliche Aspekte:
    • Die jungen Blätter sind wertvoll, reich an Energie, Protein und Mineralstoffen, sind gut verdaulich. Sie verholzen recht schnell. Bei Dürrfutterbereitung bröckeln sie ab.
    • Die Stängel sind geringwertig, hart, schwierig zu trocken.
  • Wiesen-Bärenklau ist in jüngerem Entwicklungsstadium in Anteilen von 10% gut geeignet für die Silagebereitung und zur Grünfütterung im Stall. Er ist konkurrenzstark, nimmt futterbaulich wichtigeren Pflanzen Platz weg, schmälert so die Ertragsleistung der Fläche und macht die Pflanzendecke lückig.

Ökologischer Wert

  • Nahrungspflanze für Sandbienen.

Besonderes

  • Junge Pflanzenteile sind als Wildgemüse und in Suppen verwendbar. Gilt als aphrodisisch.

Zusätzliche Informationen