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Zottiger Klappertopf

Rhinanthus alectorolophus

Zusammenfassung

  • Als Halbparasit und leicht giftige Pflanze ist Klappertopf aus futterbaulicher Sicht ein geringwertiges bis wertloses Kraut. Tolerierbar bis maximal 2% im Bestand.
  • Wo es nicht Vorschriften der Biodiversitätsförderflächen verbieten, relativ leicht zurückzudrängen durch einen frühen Schnitt vor Blühbeginn des Klappertopfs, nach wenigen Jahren zu wiederholen.
  • Indikatorart für Biodiversitätsflächen mit Qualitätsstufe II.

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Wuchs, Aussehen, Ausdauer

  • Diese Pflanzenart ist sehr formenreich.
  • 10 – 60 cm hoch; ganze Pflanze inkl. Stängel stark behaart; Stängel 4-kantig, trägt einen ährenförmigen Blütenstand.
  • Die Stängelblätter sind kreuzweise ►gegenständig, ►lanzettlich, regelmässig gezähnt, ►ganzflächig, sitzen ungestielt am Stängel.
  • Die Tragblätter der Blüten sind 3-eckig bis rautenförmig, mit kurzen spitzen Zähnen.
  • Blüten gelb, schnabelförmig, sitzen auf den Tragblättern oder in den Achseln der Stängelblätter. Blüht vom späten Frühling bis Sommer. Reife Samen klappern, rasseln in den vertrockneten Blütenblättern (Name!).
  • Bewurzelung: dünne Pfahlwurzel mit Seitenwurzeln, welche sich über Saugorgane mit den Wuzeln der benachbarten Gräser verbinden und diesen Wasser und Nährsalze entziehen.
  • Einjährige Pflanze. Verbreitet sich ausschliesslich über Samen.

Standortansprüche, Vorkommen

  • Vereinzelt bis häufig vom Tal- bis ins Alpgebiet, auf frischen und mässig nährstoffhaltigen Böden.
  • Meistens auf spät geschnittenen Fromental-, Goldhafer-, Rotschwingel-Straussgras-Wiesen, unternutzten Kammgras-Weiden und Streuewiesen. Können sich bestandesbildend ausbreiten.
  • Kaum auf Weiden zu finden.

Bestandeslenkung, Zurückdrängen

  • Da die Pflanze jedes Jahr versamen muss, kann sie durch einen frühen Schnitt vor Blühbeginn des Klappertopfs recht einfach zurückgedrängt werden. Dies ist alle 3 – 5 Jahre zu wiederholen.
  • Dieser Frühschnitt kann im Widerspruch stehen zu Nutzungsvorschriften von Biodiversitätsförder- oder Naturschutzflächen (-> mit Behörde abklären).
  • Düngung allein ist zum Zurückdrängen nicht geeignet.

Futterbaulicher Wert

  • Aus futterbaulicher Sicht ein geringwertiges Kraut. Gründe:
    • der Halbparasit Klappertopf assimiliert zwar selber mit seinen grünen Blättern, schwächt aber rundum die guten Futterpflanzen, besonders Gräser, durch Entzug von Nährstoffen über die Wurzeln. Reduziert den Ertrag der Nachbarpflanzen und ist selbst auch ertragsschwach.
    • Zudem ist er nicht schmackhaft und wird grob.
    • Enthält ein Glykosid, das die Pflanze leicht giftig macht. Bewirkt Entzündungen und führt ab maximal 2% Ertragsanteil zu Verdauungsproblemen und Durchfall.

Ökologischer Wert

  • Klappertopf ist eine Indikatorart in den Biodiversitätsflächen (gemäss DZV, Weisungen Anhang 4) für die Qualitätsstufe II (ganze Schweiz).
  • Kann die Ausmagerung von Beständen begünstigen, da es die Gräser parasitiert.
  • Nahrungspflanze für Hummeln.
     

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