Futterbaulicher und ökologischer Wert

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Futterkräuter

Die «Futterkräuter» sind in der Graslandbewirtschaftung, insbesondere im Naturfutterbau, grundsätzlich erwünscht, da sie die guten Futtergräser und Leguminosen in wertvoller Weise ergänzen. Grund dafür sind folgende positive Eigenschaften:

  • Mittlerer bis sehr hoher Nährwert: besonders die Gehalte an Mineralstoffen, teils auch an Protein und/oder Energie, können diejenigen guter Gräser bzw. Kleearten sogar übertreffen.
  • Gute Schmackhaftigkeit: Die mehr oder weniger aromatischen Futterkräuter werden von den Tieren gerne gefressen und stimulieren die Futteraufnahme. Dies gilt besonders bei kleearmen Beständen.
  • Hohe Verdaulichkeit.
  • Bei der Grünfütterung und bei der Konservierung des Futters verhalten sie sich im Vergleich zu Gräsern und Kleearten kaum oder nur wenig schlechter (Sperrigkeit, Bröckelverluste, Vergärungsprobleme).
  • Ertrag: Obschon dies nicht der entscheidende Faktor ist, sind die Futterkräuter auch eine respektable Ertragskomponente.

Die positiven Aspekte der Futterkräuter überwiegen allerdings nur, solange der Ertragsanteil der einzelnen Arten (► Merkmale der einzelnen Arten) unter 15% bleibt und der gesamte Anteil aller Futterkräuter einen bestimmten Prozentsatz in der Futterration nicht übersteigt.
Ein Grasland-Bestand gilt als optimal, wenn er 10% – maximal 30% Futterkräuter aufweist, davon maximal ein Drittel «grobe» Futterkräuter (► gute Grasland-Bestände).
Ansonsten können die nachteiligen Aspekte der Kräuter in den Vordergrund treten: übermässig scharfer Geruch bzw. Geschmack des Futters, Beeinflussung des Geschmacks der Milch, hohe Bröckelverluste bei der Trocknung, nur schwer silierbar, Pflanzendecke wenig trittfest, schlecht befahrbar und lückig.

Viele Futterkräuter weisen neben einem hohen futterbaulichen auch einen beachtlichen ökologischen Wert auf oder sie sind seit jeher in der Volksmedizin oder als Küchenkraut bekannt. Dabei sind diese „Nützlichkeiten“ bei jeder Art unterschiedlich (► Merkmale der einzelnen Arten). Beispiel: Spitzwegerich Plantago lanceoleta.

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Liste: Futterkräuter

Die in eAGFF den „Futterkräutern“ zugeordneten Arten alphabetisch gelistet:
*   Kurz-Beschreibung

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