Kunstwiesen bewirtschaften

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Besonderheiten bei Mischungstypen

Einzelne Mischungs-Typen erfordern eine besonders Beachtung von Massnahmen, insbesondere bei der Nutzung und Düngung.

Italienisch-Raigras-Klee-Mischungen

Dieser Mischungstyp ist so konzipiert, dass er der Intensitätskategorie «Intensiv zu bewirtschaftende Bestände» angehört. Das geerntete Futter passt am besten für die Grünfütterung oder zum Silieren.

Nutzung:

  • Bis zu sechs Schnitte pro Jahr.
  • Für die Weidenutzung sind diese Mischungen nicht geeignet.
  • Wenn bei SM 230 und 240 zwei Überwinterungen geplant sind, sollte die Schnitthöhe etwas höher sein als üblich, also etwa 7 – 9 cm betragen. Dies verbessert die Nachwuchskraft und die Ausdauer.
     

Düngung:

  • Für ein gutes Wachstum und hohe Erträge sind diese Mischungen auf eine regelmässige Stickstoffzufuhr angewiesen. Am besten eignet sich Gülle.
     

Weitere Aspekte:

  • Die Pflanzendecke ist wenig tragfähig und damit empfindlich für Schäden durch Fahrspuren.
  • Italienisches und Bastard-Raigras schieben bei jedem Nachwuchs Ähren. Werden diese Mischungen im Sommer nicht rasch genug wieder geschnitten, nimmt ihre Futterqualität schnell ab.
  • Aus dem gleichen Grund können die Raigräser im Sommer nach 6 – 8 Wochen natürlich versamen. Das kann erwünscht sein für Dauerwiesen. In der Fruchtfolge können sie sich so aber zu einem schwer regulierbaren Ungras entwickeln.
     

Mehr Einzelheiten ► AGFF-Merkblatt 6 «Italienisch-Raigras-klee-Mischungen».

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Mattenklee-Gras-Mischungen

Die Mischungen dieses Typs werden mittelintensiv bewirtschaftet.

Nutzung:

  • Meistens vier Schnitte pro Jahr, keine Weide
  • Optimaler Nutzungszeitpunkt: wenn etwa ein Viertel der Rotkleeknospen rötlich sind (sogenanntes Knospenstadium).
  • Die Schnitthöhe sollte 7 – 9 cm betragen, damit die Nachwuchskraft und die Ausdauer des Klees gewahrt bleiben.
     

Düngung:

  • Nach der Startdüngung zum Auflaufen kann auf eine Stickstoffdüngung verzichtet werden, solange der Rotklee vorherrscht.
  • Wollen Sie den Grasanteil im Bestand erhöhen und damit die Konservierbarkeit verbessern (Bröckelverluste vermindern), empfiehlt sich eine N-Düngung zum ersten Aufwuchs.
  • Ist der Kleeanteil auf unter 40% gefallen, können Sie die M-Mischung wie eine G-Mischung düngen.
  • Der Stickstoff kann problemlos auch in Form von Gülle verabreicht werden.

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Luzerne-Gras-Mischungen

Die Luzerne-Gras-Mischungen gehören in die Bewirtschaftungskategorie «Mittelintensiv».

Nutzung:

  • Bestände mit viel Luzerne werden drei- bis viermal pro Jahr geschnitten, nicht geweidet.
  • Die Schnitthöhe muss 7 – 9 cm betragen.
  • Wird häufiger oder bei zu geringer Stoppelhöhe geschnitten, verschwindet die Luzerne schon im zweiten Hauptnutzungsjahr. Schnittzahl und Schnitthöhe beeinflussen den Luzerneanteil in der Mischung viel stärker als die Düngung.
  • Beim Einwintern sollte der Bestand gut 12 cm hoch sein.
     

Düngung:

  • Ausser der Startdüngung zum Auflaufen können L-Mischungen zum Frühlingsaufwuchs mit einer Stickstoffgabe angedüngt werden. Damit sichern Sie den Grasanteil in der Mischung und verbessern so die Konservierbarkeit (Bröckelverluste vermindern).
    Vorsicht bei der Verwendung von Gülle in Jungbeständen! Insbesondere, wenn die Gülle kaum oder zu wenig verdünnt ist. Die jungen Luzernepflanzen können dadurch stark geschädigt werden.
  • Ist der Anteil Leguminosen auf unter 40% gefallen, können Sie die L-Mischung wie eine G-Mischung düngen.
  • Alternativ kann auch eine Strategie ohne Stickstoffdüngung gewählt werden. Der Luzerneanteil im Bestand fällt dann dementsprechend höher aus.
     

Andere Aspekte:

  • Nässe, besonders im Saatjahr, kann zu totalem Ausfall der Luzerne führen.
  • Luzerne erträgt keine Bodenverdichtungen, wie sie bei Fahrten über nasse Böden entstehen.

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Gras-Weissklee-Mischungen

Bei den Gras-Weissklee-Mischungen (G- und G*-Mischungen) liegt die Betonung auf den darin verwendeten Gräsern. Diese Mischungen gehören in die Intensitätskategorie «Intensiv – teilweise mittelintensiv – zu bewirtschaftende Bestände».

Nutzung:

  • In tiefen Lagen können die G- und G*-Mischungen vier- bis fünfmal pro Jahr genutzt werden. Bei besten Rahmenbedingungen sogar noch einmal mehr, mit zunehmender Höhe ein- bis zweimal weniger. Schnitt und Weide sind gleichermassen möglich.
  • Bei der Mähnutzung empfiehlt sich im ersten Aufwuchs das Entwicklungsstadium «Beginn Rispenschieben» als optimaler Zeitpunkt. Ein späterer Nutzungszeitpunkt geht meist zu Lasten der Entwicklung des Weissklees und der Futterqualität. Mehr dazu ► Kapitel Nutzung-Futterqualität (Link).
  • Die Häufigkeit und die Art der Nutzung spielen bei der Bestandeslenkung eine entscheidende Rolle: Je nach Ihren Entscheiden können Sie bei diesem Mischungstyp die Anteile Gräser bzw. Weissklee in einem gewissen Rahmen nach Ihren Wünschen steuern  ►  siehe Grafik unten.
  • Weidenutzung im Frühjahr fördert die Bestockung der rasenbildenden Gräser (Englisches Raigras, Wiesenrispengras). Damit wird die Pflanzendecke trittfest und dicht, was dem Aufkommen von Lückenfüllern (z.B. Gemeines Rispengras) wirksam entgegenhält.
    Weil die Weide das Wiesenrispengras stärkt, ist sie ideal, um dieses Gras in den längerdauernden G*-Mischungen als erwünschten Haupt-Bestandesbildner zu etablieren, sobald das Englische Raigras an Lebenskraft einbüsst.
     

Düngung:

  • G- und G*-Mischungen brauchen zur Erhaltung ihres erwünscht hohen Grasanteils regelmässige N-Zufuhren, am besten rund 30 kg N/ha pro Aufwuchs. Sie sind sehr gut gülleverträglich.
  • Die N-Düngung spielt für die Lenkung des Weissklee-Anteils in diesen Mischungen – wie die Nutzung – eine massgebliche Rolle. Zwischen fast kleefreien Gräser- und fast reinen Weisskleebeständen ist je nach Art der Bewirtschaftung dieser Mischungstypen alles möglich.

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Übersicht über die Faktoren, welche den Weisskleeanteil einer G- oder G*-Mischung beeinflussen (Bestandeslenkung):