Wiesentypen

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Nährstoffreiche Nasswiese

Die Nährstoffreiche Nasswiese gehört zur Intensitätskategorie der Wenig intensiv bewirtschafteten Bestände.

Die mehrheitlich geschnittene Ausprägung – der Untertyp Dotterblumen-Wiese – kommt als leicht gedüngte Nasswiese vom Tal- bis ins untere Alpgebiet vor, je nach Höhenlage mit etwas anderer botanischer Zusammensetzung. Der Gräseranteil im Pflanzenbestand ist schwach, die Tragfähigkeit der Pflanzendecke somit schlecht. Ihr Futter ist von geringer bis mässiger Qualität.
Der Untertyp Binsen-Weide kommt hauptsächlich auf feuchten bis nassen Standorten und schweren Böden im Berggebiet vor. In den meisten Fällen ist der Bestand durch Düngung und Beweidung von Streueflächen entstanden. Die Futterqualität ist je nach botanischer Zusammensetzung gering bis mässig.

Sowohl die Dotterblumen-Wiese wie auch die Binsen-Weide erfüllen in Ermangelung von genügend definierten Zeigerpflanzen die Anforderungen an die Qualitätsstufe II der Sömmerungsweiden häufig nicht. Unterhalb des Sömmerungsgebiets können sie die Anforderungen als Biodiversitätsförderfläche des Typs «Extensiv genutzte Wiese» erfüllen.

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Untertyp Dotterblumen-Wiese: Typische Arten

  • Sumpf-Dotterblume
  • Scharfer Hahnenfuss
  • Rotklee
  • Sumpf-Vergissmeinnicht
  • Kuckucks-Lichtnelke
     

Zusätzlich typische Zeigerarten der Dotterblumen-Wiese in unteren Lagen:

Zusätzlich typische Zeigerarten der Dotterblumen-Wiese in höheren Lagen:

  • Eisenhutblättriger Hahnenfuss
  • Trollblume
  • Wiesen-Knöterich

Untertyp Binsen-Weide: Typische Arten


Mehr Einzelheiten


Standortverhältnisse

  • Langdauernd nasse Verhältnisse durch: hohen Grundwasserstand, Staunässe, Hangwasser, … 
    Dies ist meistens durch die geologischen Bedingungen bestimmt (z.B. Flysch) und erklärt dadurch das gehäufte Vorkommen dieses Wiesentyps in gewissen Regionen.
  • Findet sich häufig in flachen Muldenlagen, zum Teil auch an Hängen mit Wasseraustritt.

Bewirtschaftung, Risiken der Dotterblumen-Wiesen

Sie werden …

  • Mehrheitlich geschnitten, diejenigen mit Eisenhutblättrigem Hahnenfuss häufig auch geweidet.
  • Oft wird dieser Wiesentyp leicht mit Stallmist gedüngt.

Risiko:

  • Überdüngung führt zu artenarmen Rumpfbeständen und zu Verunkrautung.

Bewirtschaftung, Risiken der Binsen-Weiden

Sie werden …

  • Ausschliesslich geweidet, meist mit Jungvieh.
  • Solche Weiden sind erfahrungsgemäss nicht einfach zu bewirtschaften. Trotzdem zahlt sich eine geregelte Weideführung aus und Weideputzen reduziert den Anteil an Binsen.
  • Oft werden oder wurden diese Bestände leicht mit Stallmist gedüngt.

Risiken:

  • Überdüngung führt zu artenarmen Rumpfbeständen.
  • Übernutzung führt zu Trittschäden und Verunkrautung.
  • Unternutzung führt zur Zunahme von Gehölzpflanzen.

Futter

  • Feldertrag: bis 20 dt TS/ha.
  • Futterqualität: gering bis mässig. Das Erntegut der Binsen-Weide wird teils auch als Streue genutzt.

Ökologischer Wert, Besonderes

  • Prüfen, ob der Bestand als Biodiversitätsförderfläche im Sömmerungsgebiet gemäss DZV die Anforderungen an die Qualitätsstufe II erfüllt oder für Naturschutzbeiträge in Frage kommt.
  • Wenn die Nährstoffreiche Nasswiese als Biodiversitätsförderfläche des Typs „Extensiv genutzte Wiese“ angemeldet ist: Nutzungstermin frühestens gemäss den Vorgaben DZV oder der Naturschutzvereinbarung, keine Düngung.

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