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Futteraufbereiter – ja oder nein?

Was bewirken Aufbereiter?

Eine Wachsschicht auf ihrer Oberfläche schützt die Pflanzen davor, dass sie austrocknen. Durch Spaltöffnungen in dieser Oberfläche geben sie kontrolliert Wasserdampf ab. Nach dem Schnitt schliessen sie die Öffnungen rasch ⇒ das Schnittgut behält das Wasser vorerst zurück ⇒ der Trocknungsprozess startet sehr langsam. 
Futteraufbereiter knicken, quetschen oder reiben die geschnittenen Wiesenpflanzen mechanisch und verletzen dadurch diese Wachsschicht ⇒ Das Wasser beginnt sofort zu verdunsten und der Trocknungsverlauf wird erheblich beschleunigt.

Der Effekt

Aufbereitetes Raufutter trocknet schneller ab als nicht aufbereitetes.

  • Anwelksilage erreicht rund 2 Stunden früher den angestrebten Anwelkgrad von ~40% TS.
  • Belüftungsfutter ist am 2. Tag dank Aufbereiter oft schon mittags mit ~65%TS trocken genug zum Einführen, statt erst 3 Stunden später oder erst am Folgetag.
  • Oft sind beim aufbereiteten Futter weniger Bearbeitungsgänge (zetten, wenden) nötig. Bei Anwelksilage kommt man je nach Verteilvorrichtung am Aufbereiter teilweise sogar ohne Wenden aus.

 

Die Konsequenzen

  • Es reduziert sich das Wetterrisiko (verregnen!) und damit die Gefahr von qualitätsmindernden Auswaschverlusten.
  • Wenn sich die Pflanzen im optimalen Entwicklungsstadium befinden, können auch kürzere Schönwetterfenster für die regenfreie Herstellung von Anwelksilage oder Belüftungsfutter ausreichen.

Achtung!

Beim Silieren im Sommer kann die durch das Aufbereiten verkürzte Abtrocknung dazu verleiten, das Erntegut in zu trockenem Zustand zu ernten ⇒ die Silage lässt sich zu wenig verfestigen, das Risiko von Fehlgärungen steigt.

Typen von Futteraufbereitern

Auf dem Landmaschinenmarkt finden sich viele Optionen. Mit welcher Technik arbeiten sie? In welchen Situationen eignen sich welche Methoden?

Hier fehlen noch zahlreiche Fotos

Vor- und Nachteile der Futteraufbereitung

Neben den offensichtlich feststellbaren Vorteilen weist der Einsatz von Futteraufbereitern auch gewichtige Nachteile auf.

Positiv

  • Schnelleres Abtrocknen, insbesondere in der ersten Trocknungsphase → hoher Nutzen bei der Silagebereitung
  • Weniger Atmungsverluste 
  • Geringere Bröckelverluste, weil 1 – 2 Bearbeitungsgänge weniger ausgeführt werden müssen.
  • Kürzere Schönwetterperioden können besser genutzt werden.
  • Geringere Verfahrenskosten, falls ein Kreiselheuerdurchgang eingespart und der Aufbereiter genügend ausgelastet ist.

Negativ

  • Das Antriebsfahrzeug benötigt mehr Leistung
  • Das Mähsystem hat erheblich mehr Gewicht:
    ⇒ Schädigung der Pflanzendecke wahrscheinlicher
    ⇒ Gefahr von Bodenverdichtung höher
    ⇒ in Hanglagen kaum einsetzbar
  • Wird aufbereitetes Futter verregnet:
    ⇒ trocknet sehr schlecht
    ⇒ weist erhöhte Nährstoff-Verluste auf
  • Hohe Bröckelverluste:
    • durch mechanisches Abschlagen von feinen Pflanzenteilen 
    • wenn das Gerät schlecht eingestellt ist
    • in den nachfolgenden Bearbeitungsgängen und beim Aufladen (Pickup).
  • Im Sommer kann die Anwelksilage zu schnell trocknen → nicht genug verfestigt, Fehlgärungen
  • Stärkere Futterverschmutzung auf Flächen mit Mäusehaufen
  • Je nach Typ Mähwerk und Aufbereiter: Wenn das Schnittgut bei feuchten Verhältnissen überfahren und von den Traktorrädern in den Boden gedrückt wird, müssen Kreiselheuer und Pickup in der Folge zu tief eingestellt werden ⇒ Futterverschmutzung, Fehlgärungen.

Erwiesenermassen massive Schädigung von Bienen, Raupen, Heuschrecken, anderen Insekten und Kleinlebewesen

Eine gute Entscheidungshilfe, basierend auf dem Unterschied, ob die zu konservierende Wiese dem Typ «extensiv» oder «intensiv» bewirtschaftet angehört – mit spezieller Berücksichtigung der Gefahren für Bienen, andere Insekten und Kleinlebewesen – finden Sie im ►Merkblatt Schlaumähen.
Weitere umfassende Erkenntnisse zum Einsatz und zu den Auswirkungen der Futteraufbereiter: bei Schlaumaehen.ch.

Fazit

  • Futteraufbereiter nur gezielt einsetzen.
  • Je intensiver aufbereitet wird, umso grösser ist das Risiko von Bröckelverlusten, das Erntegut zu verschmutzen und dadurch dessen Qualität zu verringern.
    Bei sehr feuchten Verhältnissen (z.B. im Herbst ) sollten Sie auf den Einsatz des Futteraufbereiters verzichten!
  • Für viele Tiere, die in Wiesen leben, bedeutet der Aufbereiter-Einsatz das Todesurteil.
    besonders gefährdet sind Arten, die kaum oder nicht rasch genug fliehen können: Bienen, Raupen, Heuschrecken, weitere Insekten sowie Amphibien, Spinnentiere und bodenbrütende Vögel. 
    Untersuchungen zeigen ⇒ beim Einsatz des Aufbereiters überleben nur ein bis zwei Drittel der Honigbienen oder anders gesagt ⇒ Mähen ohne Aufbereiter führt zu 7-mal weniger toten und verletzten Tieren.
     

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