Kleearten

MENU
LOGIN

andere Kleearten   ► einzelne Gräser   ► einzelne Kräuter


Rotklee

Trifolium pratense

Zusammenfassung

  • Mehrjähriger Mähklee, der ohne Stickstoffdüngung hohe, proteinreiche Erträge liefert.
  • Ist dank seiner Pfahlwurzel in trockeneren Lagen robuster und ertragssicherer als Weissklee.
  • Unterscheidung zwischen Wildformen in Naturwiesen / Weiden und Zuchtformen. Diese umfassen «Mattenklee» (2-3 Überwinterungen), «Ackerklee» (1 Überwinterung) und «Weiderotklee».
  • Rotklee-Mischungen ertragen jährlich je nach Höhenlage drei bis fünf Schnitte. Wildformen und «Weiderotklee» können geweidet werden.
  • Am besten geeignet zum Silieren. Auf der Heubelüftung trocknen die Stängel schlecht ab, bei der Bodentrocknung bleiben die rasch dürren Teilblättchen als Bröckelverluste liegen.

Weitere Bilder

Nach oben


Mehr Einzelheiten


Wuchs, Aussehen

  • Recht tief wachsende Pfahlwurzel.
  • Hochwachsende Stängel, Kulturformen sind grösser als Wildformen.
  • Ganze Pflanze behaart (≠ Weissklee).
  • Dreiteiliges Blatt. Teilblätter ungestielt, eiförmig, oberseitig oft mit hellem „Winkel“ gezeichnet.
  • Blüte rosa bis rotviolett. Blütenstand rundlich oder leicht länglich.
  • Nutzung hinterlässt wenig oberirdische Pflanzenmasse, was das Nachwachsen verzögert. „Weiderotklee“ hat sich mit seinem niedrigen Wuchs, den feinen und flachen Trieben sowie den zahlreichen kleineren Blättern an den Weidedruck angepasst.

Ausdauer, Entwicklung

  • „Ackerklee“ überwintert 1x, „Mattenklee“ und „Weiderotklee“ 2 – 3x.
  • Mattenklee-Sorten sind verglichen mit ausländischen Rotkleesorten klar ausdauernder.
  • Wildformen kommen in zurückhaltend gedüngten und wenig intensiv genutzten Naturwiesen vor und erhöhen den Futterwert. Sie sind ausdauernd.

Standortansprüche, Vorkommen

  • Tal- bis Alpgebiet.
  • Ist ziemlich anpassungsfähig an Klima und Boden. Erträgt Trockenheit dank seiner Pfahlwurzel recht gut, viel besser als Weissklee.
  • In wenig intensiv genutzten Wiesen und Weiden kommen Wildformen vor.

Bewirtschaftung, Bestandeslenkung

  • Da Blätter gemeinsam mit den Stängeln genutzt werden, ist er empfindlicher auf häufigen Schnitt als Weissklee. Zuchtsorten ertragen 4 – 5 Schnitte, Wildformen jedoch weniger, Schnitthöhe etwa 7 cm. Für Weidenutzung ist nur Weiderotklee geeignet, bei trockenen Verhältnissen besser als Weissklee.
  • Braucht gute P- und K-Versorgung. Erträgt – im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung – eine mässige N-Düngung gut, auch in Form von Gülle.

Futterbaulicher Wert

  • Liefert hohe Erträge und sehr viel Protein, auch ohne N-Düngung.
  • Rotklee-Stängel verholzen nach dem Knospenstadium rasch. Der Futterwert ist auch im jungen Stadium nie so extrem wie derjenige des Weiss­klees.
  • Geeignet zum Silieren und, wenn jung, als Grünfutter.
  • Mischungen mit viel Rotklee eignen sich schlecht für die Bodentrocknung (hohe Bröckelverluste) und die Heubelüftung (langsames Trocknen der Stängel).

Ökologischer Wert

  • Pollenpflanze für Honigbiene, Wildbienen-Arten und Hummeln.
  • Raupennahrung für Bläulinge.

Verwendung in Mischungen

  • Geprüfte und empfohlene Sorten finden sich in dreijährigen Mattenklee-Gras-Mischungen, Gras-Weiderotklee-Mischungen, Zweijährigen Mischungen und teils in Luzerne-Gras-Mischungen (Rot- oder Mattenklee-Sorten). Rotklee-Anteile um 50% sind optimal.
  • In Gras-Weissklee-Mischungen sichert „Ackerklee“ den Kleeanteil im 1. Jahr. Mischungen für Blumenreiche Heuwiesen enthalten wenig Rotklee.
  • Rotklee kann Bestandteil sein von Spezialmischungen „Blühstreifen (Bienenweide)“.
  • Viele der verwendeten Sorten stammen aus Schweizer Züchtung.
  • Die Mattenklee-Sorten sind durch Selektion aus schweizerischen Hofsorten entstanden. Weiderotklee ist das Ergebnis aus Kreuzungen von Mattenklee mit Ökotypen aus Weiden.
  • Rotklee war vor der Einführung der Gras-Weissklee-Mischungen im schweizerischen Kunstfutterbau (bis ca. 1970) die weitaus wichtigste Leguminose.
     

Nach oben