Futterverluste auf dem Feld
Mögliche Verluste ab dem Zeitpunkt des Mähens bis zur Einlagerung des Erntegutes:
1. Atmungsverluste
Die Pflanzen stellen beim Abschneiden ihre biologische Aktivität nicht sofort ein. Die Pflanzenzellen atmen nach dem Schnitt noch eine gewisse Zeit weiter, verbrauchen dabei Zucker und sterben erst ab, wenn das Futter etwas abgetrocknet ist. Die Atmungsverluste sind Gehaltsverluste. Sie sind im Vergleich zu den Bröckelverlusten gering und umso kleiner, je rascher das Futter abtrocknet.
Massnahmen zur Verminderung:
- Futter nach dem Schnitt sofort bearbeiten,
- Evtl. ►Mähaufbereiter einsetzen,
- Überlegungen zum ►Schnittzeitpunkt am Tag
2. Bröckelverluste
Je trockener das Futter und je intensiver die mechanische Bearbeitung, umso grösser wird das Ausmass der Bröckelverluste. Weil an den Klee- und Kräuterpflanzen die eher feinen, nährstoffreichen Blättchen und Blätter rascher trocknen als ihre gröberen Stängel und die Gräser, zerbröckeln sie leicht, fallen ab und gehen verloren. Dadurch fallen insbesondere gehaltsreiche Pflanzenteile auf den Boden, die Qualität des Futters leidet, ohne dass sich die Erntemenge sichtbar vermindert.
Massnahmen zur Verminderung:
- Das Raufutter beim Schnitt und bald danach intensiv ►bearbeiten, hingegen in der späteren Trocknungsphase nur noch sehr sorgfältig bewegen,
- Maschinen optimal einstellen,
- Nur wenige Messer im Ladewagen,
- Zu belüftendes Dürrfutter einführen, bevor es zu bröckeln beginnt (maximal 65% TS-Gehalt) (Link).
3. Schlechtwetterverluste
Bei Regenwetter werden die leicht löslichen, hochwertigen und für das Vieh gut verdaulichen Nährstoffe ausgewaschen. Je stärker angetrocknet das Erntegut, umso gravierender der Verlust. Dies gilt beim Herstellen von Dürrfutter, aber ganz besonders beim Silieren. Der Zucker, der als Nahrung für die Milchsäurebakterien dienen sollte, ist weggewaschen. Verregnetes Futter ist daher schlecht silierbar und wird von den Tieren auch nicht mehr gerne gefressen. Bei anhaltendem Regenwetter breiten sich zudem Schimmelpilze stark aus und Dürrfutter wie Silage verderben im Lagerraum.
Massnahmen zur Verminderung:
- Nur bei günstiger, möglichst stabiler Wetterlage Futter konservieren, gilt insbesondere für die Dürrfutterbereitung,
- Mögliche Auswege bei längerdauernd nur kurzen Zeitfenstern mit schönem Wetter: Silage bereiten oder Futter in die Grastrocknungsanlage.