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Rossminze

Mentha longifolia

Auffällig
Stängel aufrecht, oft verzweigt, 30 – 100 cm hoch. Lanzettliche, gezähnte Blätter sitzen am Stängel, unterseits dicht weissfilzig behaart. Blütenstände ährenförmig endständig an den Trieben, Blütenfarbe blass, rosa bis lila. Ganze Pflanze riecht stark – eher unangenehm - aromatisch.

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Das Wichtigste in Kürze

Futterbaulicher Wert
Aus futterbaulicher Sicht ein geringwertiges, vor allem lästiges Kraut. Als Futter wertlos, zwar unschädlich, aber vom Weidevieh konsequent verschmäht. Gründe: riecht sehr stark, ist filzig behaart und hat grobe Stängel. Dazu kommt der indirekte Schaden ⇒ Die Rossminze bleibt stehen, breitet sich aus und verschlechtert so den Pflanzenbestand.

Vorkommen, Zeigerwert
Verbreitet vom Tal- bis ins Alpgebiet auf feuchten, nassen, nährstoffreichen, schweren, oft verdichteten Böden. Besonders auf Weideflächen und in Gräben, oft zusammen mit anderen Problempflanzen wie Binsen. In Bestandeslücken, nach Trittschäden, auf Viehlägerplätzen. 
Zeiger für vernässte Standorte und / oder nicht optimale Weideführung.


Bestandeslenkung

Vorbeugend und bei geringem Vorkommen

  • Wenn Rossminze auf einer Weide in geringer Anzahl vorkommt, ist ihr ökologischer Nutzen höher einzuschätzen als ihr futterbaulicher Nachteil. In solchen Fällen ist sie zu tolerieren. Ein allfälliges Ausbreiten ist jedoch im Auge zu behalten.
  • Nicht bei nassen Verhältnissen weiden. Lückige Bestände (z.B. nach der Bekämpfung anderer Problempflanzen) mit passender Mischung übersäen.
     

Direkte mechanische Bekämpfung

  • Wirksamste Regulierung: nach der Faustregel 3 x 3, das heisst in drei aufeinander folgenden Jahren je dreimal schneiden.
  • Früher erster Schnitt, vor Blühbeginn, um die Konkurrenz zu guten Gräsern zu verringern.
  • Zweites Mal mähen, wenn die Rossminze 20 – 30 cm hoch ist, vor Blühbeginn.
  • Schnittgut wegräumen, damit die Futterpflanzen wachsen können.
  • Lücken im Bestand mit passender Mischung übersäen.
  • Rossminze nicht versamen lassen ⇒ Säuberungsschnitt sofort nach der Weide. Ein früher «Heuschnitt» nützt mehr als ein später Säuberungsschnitt, weil die Pflanze noch kaum Reservestoffe einlagern konnte.
     

Chemische Regulierung

  • Ein Herbizideinsatz kommt nur als letzte Massnahme und nur in Ergänzung zu Bewirtschaftungsverbesserungen in Frage. Ist im Biolandbau verboten!
  • Spezifische Herbizide gegen Rossminze sind nicht verfügbar. Bewilligte Mittel gegen zweikeimblättrige Arten wirken zum Teil gut. 
  • Auf Biodiversitätsförderflächen BFF ist nur Einzelstockbehandlung erlaubt.
  • Im Sömmerungsgebiet: Gemäss Direktzahlungsverordnung DZV (Art. 32) ist eine Flächenbehandlung nur mit individueller Bewilligung der zuständigen Kantonalen Fachstelle und im Rahmen eines Sanierungsplans erlaubt.
     

Weitere Einzelheiten

► Kapitel Unkrautregulierung - ►einzelne Arten

► AGFF Merkblatt 4 (Beiblatt)

► «Zielsortiment» von AGROLINE / Landi - Auszug für Grasland


Ökologischer Wert
Die Rossminze bietet zahlreichen Insekten Lebensraum und Nahrung.

Besonderes
Hat viele verschiedene Volksnamen.


Merkmale und zusätzliche Informationen

► AGFF-Informationsblatt U17 Rossminze

Agroscope 2023 - Problempflanzen im Alpgebiet (S. 11)