Japankäfer
Kurzbeschreibung
Der Japankäfer Popillia japonica kommt erst seit wenigen Jahren in der Schweiz vor. Heimisch ist er in Nordostasien, wo er ein harmloser Schädling ist. Vor rund hundert Jahren wurde er nach Amerika verschleppt und verursachte dort grosse Schäden. 2014 wurde er das erste Mal in der Nähe von Mailand (Italien) festgestellt.
2020 wurde erstmals eine etablierte Population im südlichen Tessin gefunden, gefolgt von Feststellungen 2023 im Südwallis und im Kanton Zürich, dann auch in der Region Basel.
Mehr Informationen zur aktuellen Befallssituation in der Schweiz: hier.
Die Verbreitung erfolgt einerseits durch den Flug der Käfer, aber hauptsächlich durch den Menschen. Als «blinde Passagiere» reisen Käfer in Autos, Lastwagen, Zügen und Flugzeugen mit. Larven und Eier werden durch den Transport von Oberboden, Kompost, Rollrasen oder lebenden Pflanzen (mitsamt Erde), Käfer via Grünschnitt aus befallenen Regionen verschleppt.
In Europa kennt der Japankäfer keine natürlichen Feinde und kann sich deshalb massenhaft ausbreiten.
Erkennungsmerkmale:
- Der Japankäfer (Grösse: wie ein 5-Rappenstück, 1 – 1.2 cm) kann mit harmlosen, in der Schweiz einheimischen Käferarten leicht verwechselt werden, mit dem Mai- und dem Junikäfer, dem Rosenkäfer oder dem Gartenlaubkäfer (ihm gleicht er am ehesten in Aussehen und Lebensweise).
- Ein Merkmal identifiziert den Japankäfer jedoch eindeutig: nur er weist auf beiden Seiten seines Hinterleibs fünf typische helle Haarbüschel auf (grobe weisse Borsten, die abstehen). Zwei zusätzliche ähnliche Haarbüschel befinden sich am Ende des Körpers. Markant sind auch der metallisch grün schimmernde Halsschild und Kopf sowie die kupferbraunen Deckflügel.
- Die erwachsenen Käfer können vor allem zwischen Juni und September beobachtet werden.
- Die Larven des Japankäfers sind von Laien nur sehr schwer von den heimischen Engerlingen zu unterscheiden.
Mehr dazu: hier
Bilder
Schaden an Pflanzen, spezifisch im Grasland
Der Japankäfer zählt zu den Quarantäneorganismen, von denen die grössten Schäden zu erwarten sind und deren Bekämpfung deshalb am dringendsten ist. Er ist in der Schweiz melde- und bekämpfungspflichtig.
Mehr Informationen zur Melde- und Bekämpfungspflicht: hier.
Der Schädling befällt über 400 verschiedene Arten von Nutz-, Zier- und Wildpflanzen: Weinrebe, fast alle in der Schweiz angebauten Obst- und Beerenarten, diverse Acker- und Gemüsekulturen (seltener), Rosen, Linde, Birke, Ahorn usw.
Nach dem rigorosen Frass der Käfer (meistens in Gruppen) an Blättern, Blüten und Früchten bleiben oft nur noch die groben Teile der Pflanzen, zum Beispiel die Rippen der Blätter zurück. Die geschwächten Pflanzen sterben häufig ab.
Die Larven (Engerlinge) fressen die Wurzeln vieler Grasarten (Schwingel, Rispengräser, Raigräser). Am meisten gefährdet durch Japankäfer-Engerlinge sind: feuchte Wiesen und Weiden, bewässerte Sport- und Freizeitplätze sowie Produktionsflächen von Rollrasen. Die Gräser sterben ab, die Pflanzendecke / der Rasen wird braun.
Weil die Larven gerne von Wildschweinen, Dachsen, Maulwürfen oder Krähen gefressen werden, entstehen oft grosse Folgeschäden (bedeutender als die Primärschäden).
Bekämpfungsstrategie
Vorbeugend
- Die erste und wichtigste Massnahme, um eine passive Verbreitung von Käfern, Larven oder Eiern zu vermeiden: Verhindern der Einschleppung und Verbreitung des Japankäfers.
Das heisst: Vor dem Verlassen eines befallenen Gebiets (z.B. bei der Rückreise) sind Kleidung, Gepäck, Arbeitsgeräte, Fahrzeuge zu überprüfen sowie Maschinen und Geräte von Erde und Pflanzenresten zu reinigen.
Mehr Informationen zu diesem Check: hier. - Wichtig ist die Früherkennung neuer Fundstellen. Diese sind umgehend dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst zu melden.
Bekämpfung
- Alle behördlichen Auflagen sind strikte zu befolgen (z.B. bezüglich Transport von Erntegut, Grünabfall usw.).
- Sobald irgendwo der Japankäfer festgestellt und der Fund gemeldet wird, ordnet der zuständige kantonale Pflanzenschutzdienst alle notwenigen Massnahmen an.
Weiterführende Informationen inkl. aktuelle Adressliste der kantonalen Pflanzenschutzdienste: hier
Zusätzliche Informationen und Bilder finden Sie …
► www.stop-japankäfer.ch (Eidgenössischer Pflanzenschutzdienst EPSD)
► Ausführliche Broschüre Agroscope 2025: Der Japankäfer: Biologie, Ausbreitung, Schadpotential sowie Überwachungs- und Bekämpfungsmassnahmen
► Japankäfer Popillia japonica | © Andermatt Biocontrol Suisse AG