Grundlagen der RF-Konservierung

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Bedeutung der Raufutterkonservierung

Für die praktische Raufutterproduktion und die Fütterung der Nutztiere ist der Begriff der Grünfütterungs- bzw. Winterfütterungsperiode bedeutender als die thermische Vegetationszeit. Als Grünfütterungsdauer gilt die Zeit zwischen effektivem Weidebeginn im Frühjahr und dem Beginn der Winterfütterung.
Start und Ende der effektiven Grünfütterungszeit sind neben der thermischen Vegetationszeit auch von diversen betrieblichen Bedingungen und vom jeweiligen Wetter abhängig. Deshalb ist sie in der Praxis oft etwas kürzer als die theoretisch mögliche Periode.

Die entsprechenden Daten werden seit gut 20 Jahren vom Schweiz. Bauernverband (AGRISTAT) erhoben und publiziert.

Wichtigste Erkenntnisse aus den Erhebungen:

  • Die Grünfütterungsperiode weist in der Schweiz eine grosse Spanne auf. Je nach Höhenlage und standörtlichen Klimabedingungen dauert sie zwischen maximal ~7.5 Monaten im unteren Talgebiet in vorteilhaften Jahren und ~ 5 Monaten in den hochgelegenen Ganzjahresbetrieben in den Bergzonen III u. IV in ungünstigen Jahren. 
  • Sie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten um total rund eine Woche verlängert: in der Hügelzone etwas stärker als im Talgebiet. In den Bergzonen scheint die Verlängerung kleiner ausgefallen zu sein (von dort liegen jedoch keine gesicherten Daten vor).
  • Die längere Grünfütterungsperiode resultiert in erster Linie davon, dass früher mit der Weide bzw. mit dem Eingrasen begonnen wird. Zum Beginn der Winterfütterung wurden in den untersuchten Jahren kaum Veränderungen festgestellt.
     

Weitere Aspekte zur Bedeutung der Raufutterkonservierung:

  • Für die mehr oder weniger lange Dauer der Winterfütterung sowie für die Perioden des Futterwechsels muss konserviertes Raufutter wie Silage oder Dürrfutter zur Verfügung stehen. Zudem haben konservierte Futtermittel eine grosse Bedeutung als Futterreserve bei Trockenheit und in Schlechtwetterperioden
  • Die Raufutterfütterung auf Betrieben mit intensiver Rindviehmast und auf Milchviehbetrieben mit ganzjähriger Silagefütterung erfolgt praktisch ausschliesslich mit konserviertem Futter.
  • Betriebe mit sehr grossen Milchviehbeständen und knappen Weideflächen ergänzen das Raufutter teils auch in der Vegetationsperiode mit konserviertem Futter.
  • Die Herstellung von konserviertem Raufutter ist mit grossen Kosten verbunden. Je höher der Anteil konserviertes Futter in der Ration ist, umso stärker wirkt sich auf den wirtschaftlichen Erfolg der Tierhaltung aus, ob die Konservierungskosten durch geeignete Massnahmen (rationelle Arbeitsabläufe, überbetriebliche Arbeiten, weniger Futterumstellungen usw.) möglichst niedrig gehalten werden können.
  • Im Berggebiet muss also ein grösserer Teil des Jahresbedarfs an Raufutter konserviert werden als in Tallagen. Zudem kann der Bergbetrieb im Allgemeinen mit weniger geeigneten Schönwetterperioden für die Konservierung rechnen als der Talbetrieb. So wird das konservierte Raufutter und damit die Komponente Futter im Berggebiet bedeutend teurer als in klimatisch und topografisch günstigeren Lagen.

Fazit

Über die ganze Schweiz betrachtet, muss durchschnittlich etwa die Hälfte des Raufutters konserviert werden, mit steigender Tendenz, wegen zunehmendem Bedarf an Raufutterreserven auch in Tallagen infolge Trockenperioden. 

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