Wetter und Wetterprognose studieren
Für die Futterkonservierung spielt das für die kommenden Tage und Stunden zu erwartende Wetter eine entscheidende Rolle. Während Eingrasen oder Weiden im Bedarfsfall auch bei Nieselwetter oder leichtem Regen möglich sind, kann Dürrfutter nur bei einem genügend langen Schönwetterfenster bereitet werden.
Wer sich im Lesen, Verstehen und Interpretieren der verfügbaren Wetterprognosen auskennt und zudem das aktuelle Wetter mit seinen «Zeichen» für die bevorstehende Zeit zu beobachten und zu deuten weiss, läuft weniger Gefahr, vermeidbare Fehlentscheide für die anstehende Futterernte zu machen.
Gute Unterstützung bei der Ernteplanung finden Sie in den aktuellen Wetter-Apps. Beachten Sie dabei nicht bloss die Animationen für die kommenden Stunden, sondern studieren Sie insbesondere auch die täglich mehrfach aktualisierte Textprognose. Sie erklärt die mittelfristig zu erwartende Wetterentwicklung in Ihrer Grossregion.
Für den Entscheid, ob und wann Sie das Raufutter zur Konservierung schneiden, spielen aus meteorologischer Sicht folgende Tatsachen eine wichtige Rolle:
- Je nach Konservierungsart benötigen Sie mehr oder weniger Schönwettertage, weil das Erntegut beim Einführen nicht in jedem Fall gleich trocken sein muss.
- Weitere Einflüsse darauf, wie viele Schönwettertage nötig sind:
- Futter trocknet bei tiefer relativer Luftfeuchtigkeit schneller, weil trockene Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.
- Bei hohen Temperaturen erfolgt die Wasserabgabe schneller, was den Trocknungsprozess verkürzt.
- Wind tauscht die im Erntegut mit Wasserdampf angereicherte Luft aus. Insbesondere bei stärkerem und trockenem Wind (Föhn, Bise) trocknet das Futter schneller.
- Aus feuchtem Boden steigt bei warmem Wetter Wasserdampf auf, der das zum Trocknen gemähte Futter länger feucht hält. Dadurch wird der Trocknungsprozess verzögert.
- Eine grosse Futtermenge (ein ertragsstarker Aufwuchs) trocknet langsamer und muss öfter bearbeitet werden als eine geringe Menge.
- Regionale und saisonale Unterschiede:
- In vielen Grasland-Regionen der Schweiz sind im Mai und Juni meistens weniger Schönwettertage zu erwarten als im Hochsommer. Da jedoch das Entwicklungsstadium des Futterbestandes um diese Zeit häufig für einen Konservierungsschnitt ideal ist, muss das erntereife Futter auch in kürzeren Schönwetterfenstern konserviert werden können. Dazu eignen sich die Silagebereitung und die Heubelüftung.
- Ähnliche Restriktionen kennt die Futterkonservierung auch in höheren Berggebieten und oft generell im Herbst.
Falls Ihre Futterernte von (längerem) Regenwetter gestört werden sollte, wird sich die Futterqualität infolge der Schlechtwetterverluste am Erntegut reduzieren.